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Was sind Digitale Muster?

Zwischen dem GKV-Spitzenverband und der KBV wurde die Verwendung von digitalen Mustern für die vertragsärztliche Versorgung für definierte UseCases abgestimmt. Als erste Muster, die im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung genutzt werden können, wurden in der Anlage 2b des Bundesmantelvertrages-Ärzte die Muster 6, 10 und 10A beschrieben. Die UseCases für die Nutzung des Musters 6 regelt der BMV-Ä.

Laborüberweisungen (Muster 10) und Anforderungsscheine für Laboruntersuchungen (Muster 10A) können seit dem 1. Juli 2017 auch digital erstellt und ausgetauscht werden (siehe dazu Anlage 2b BMV-Ä). Auf diese Weise wird eine durchgängig digitale Kommunikation zwischen Praxen und Laboren ermöglicht, Medienbrüche beseitigt und die Patientensicherheit verbessert.

Zertifizierte Software und eHBA erforderlich

Das Erstellen und Auslesen digitaler Muster erfolgt mit einer Praxissoftware, die dafür von der KBV zertifiziert sein muss. Für das Signieren der digitalen Laborüberweisung auf Muster 10 benötigen Ärzte zudem einen elektronischen Heilberufeausweis (eHBA), ein Kartenterminal, das den eHBA einlesen kann, sowie eine Signatursoftware.
Um sicherzustellen, dass die auf den digitalen Vordrucken enthaltenen sensiblen Daten vor dem Zugriff Unbefugter geschützt sind, sind die Sicherheitsstandards hoch: So muss während der Übermittlung eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Inhalte gewährleistet sein.

Für den Versand von Sozialdaten müssen sichere Kommunikationsdienste verwendet werden. Dazu wurden in der Anlage 2b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte für den Versand von digitalen Mustern detaillierte Angaben definiert:

1. Während der Übermittlung muss der Übertragungsinhalt verschlüsselt sein. Die Verschlüsselung hat Ende-zu-Ende zu erfolgen. Die Entschlüsselung darf nur durch den intendierten Empfänger möglich sein.
2. Während der Übermittlung darf der Übertragungsinhalt nicht unbemerkt verändert werden. Dazu muss auf dem Übermittlungsweg eine elektronische Transportsignatur eingesetzt werden.
3. Für Transport-Verschlüsselung und Transport-Signatur muss ein geeignetes Verfahren, das vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfohlen wird, verwendet werden.
4. Meta-Informationen, die die korrekte Übermittlung ermöglichen oder steuern, z. B. Informationen zu Absender und Empfänger, sind nicht als Übertragungsinhalte nach 1. zu verstehen.
5. Der Übermittlungsweg muss eine eindeutige Identifizierung von Absender und Empfänger gewährleisten.

Alle diese Anforderungen werden durch die Kommunikationsdienste der kv.digital GmbH erfüllt. Aus diesem Grund wurde ein Anwendungsdienst durch die kv.digital GmbH spezifiziert, der es ermöglicht, die digitalen Muster der vertragsärztlichen Versorgung entsprechend der Vorgaben des BMV-Ä zu übermitteln.

Wer tauscht welche Daten mit wem aus?

Arztpraxen, Labore und Einrichtungen im Gesundheitswesen können einzelne, ausgewählte digitale Muster an andere Arztpraxen, Labore und Einrichtungen im Gesundheitswesen senden. Zusätzlich haben die Versender die Möglichkeit, eine Empfangsbestätigung vom Empfänger anzufordern. Ob eine Empfangsbestätigung versendet wird, entscheidet der Empfänger der Nachricht.

Für welche Kommunikationsdienste steht die Anwendung Digitale Muster zur Verfügung?

Bisher steht die Anwendung Digitale Muster nur für die Nutzung mit dem Kommunikationsdienst KV-Connect zur Verfügung. Sobald die Migration der Anwendung Digitale Muster zu kv.dox als Kommunikationsdienst abgeschlossen wurde, werden auch Digitale Muster über diesen Kommunikationsdienst verschickt werden können.


Unterstützung der Anwendung Digitale Muster durch Softwareanbieter

Ob der Anbieter Ihrer Software die korrekte Unterstützung der Anwendung Digitale Muster in einem Audit der kv-digital nachgewiesen und somit die Berechtigung zur Nutzung erworben hat, können Sie aus unserem Audit-Register ersehen.


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